Tarotkarten und ihre Herkunft

Tarot ist ein aus 78 Karten bestehender Spielkartensatz, der vornehmlich dazu verwendet wird, Zukunftsvorhersagen mittels zu treffen. Er gliedert sich in die großen Arkana, bei denen es sich um 22 nummerierte Trümpfe, und die kleinen Arkana, bei denen es sich um 56 Farbkarten handelt. Zu den Farbkarten zählen zehn Zahlen sowie vier Bildkarten in jeweils vier Farben – Münzen, Schwerter, Stäbe und Kelche. Heutzutage in Zeiten des Internet ist es auch möglich Tarot online zu spielen.

Die Legende des Tarots

Das Wort „Tarot“ stammt aus der französischen Sprache. Der Begriff bezeichnet ein Kartenspiel, das auch unter anderen Namen bekannt ist: Tarock (deutsch), Troccas (rätoromanisch) und Tarocchi (italienisch). Woher es kommt, konnte bislang nicht endgültig geklärt werden. Fest steht nur: Es wurde erstmals 1505 erwähnt, und zwar sowohl in Frankreich als auch in Italien. Dem französischen Mystiker Papus zufolge entstand das Tarot im Alten Ägypten. Die Legende besagt, dass die Weisen des Landes berieten, weil sie das Reich, vor allem aber sein jahrtausendealtes Wissen vor der Zerstörung durch eine nahende Bedrohung beschützen wollten. Schließlich einigten sie sich darauf, das umfangreiche Wissen in Bildform auf Spielkarten festzuhalten, die dem Volk übergeben werden sollten. So eindringlich die Legende daherkommt, sei an dieser Stelle doch betont, dass keine Beweise für die Annahme vorliegen, das Tarot beruhe auf ägyptischen Weisheitslehren.

Die Herkunft der Tarotkarten

In Europa sind Spielkarten seit dem Ende des 14. Jahrhunderts bekannt. Das ergibt sich aus urkundlichen Erwähnungen. Es hat den Anschein, als hätten sie innerhalb kürzester Zeit in ganz Europa Verbreitung gefunden. Das ergibt sich aus Erwähnungen, die sich auf Kartenspielverbote beziehen. Vermutlich kam der erste Spielsatz im 14. Jahrhundert aus der islamischen Welt nach Europa. Er bestand aus 52 Spielkarten in vier Farben und entspricht den heutigen Karten der kleinen Arkana. Die Geschichte der Herkunft der 22 Karten der großen Arkana ist da schon etwas komplexer. 1505 waren bereits sehr viele Tarotkarten oder zumindest Spielkarten, die Tarotkarten ähnelten, im Umlauf. Sie waren unter dem Begriff „Trionfi“ bekannt. Das älteste Trionfi-Spiel entstand zwischen 1418 und 1425. Mit einem Preis von 1.500 Dukaten war es das vielleicht teuerste Spiel aller Zeiten. Es wird vermutet, dass das Spiel sechzig Karten umfasste, die von Michelino da Besozzo angefertigte Bilder von griechischen Gottheiten abbildeten. Man kann jedoch nicht mit Sicherheit davon ausgehen, da das Spiel nicht erhalten ist. Es wird vermutet, dass das Tarotspiel 1452 Vollständigkeit erlangte. Aus diesem Jahr stammt das sogenannte Pierpont-Morgan-Bergamo-Tarocchi oder Visconti-Sforza-Tarocchi – ein überliefertes Spiel, in dessen Komposition nur vier Karten fehlen. Inzwischen konnte bewiesen werden, dass es sich bei dieser Version jedoch noch nicht um das Tarot handelte, das wir heute kennen, sondern dass das Spielkartenset später erweitert wurde. Der Schritt zum heutigen Standardspiel wurde zwischen 1460 und 1470 vollzogen. In dieser späten Periode fand das Kartenspiel zur Massenproduktion. Ein weit verbreitetes Erfolgsprodukt wurde es jedoch erst im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert ließ seine Beliebtheit etwas nach. Heute wird das Kartenset vor allem als Wahrsageinstrument eingesetzt – eine Bewegung, die Ende des 18. Jahrhunderts einsetzte und deren Ende noch nicht in Sicht ist.

Die esoterische Tradition des Tarots

Die Entwicklung des Tarots zur esoterischen Tradition begann erst 1781, als der Schweizer Freimaurer und Geistliche Antoine Court de Gébelin ein Buch mit dem Titel „Le monde primitif, analysé et comparé avec le monde moderne“ herausbrachte. Es handelte sich um eine Abhandlung über religiöse Symbole und deren Gebrauch in der Moderne. In den Symbolen des Marseiller Tarots sah er mysteriöse Zeichen, die mit Isis und Thot, zwei ägyptischen Gottheiten, in Zusammenhang standen – eine Theorie, die bis heute weit verbreitet ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Tarot von okkultistisch-esoterischen Gesellschaften wie dem „Hermetic Order of the Golden Dawn“, zu dessen Mitgliedern Edward Waite und Aleister Crowley zählten, „entdeckt“ – ein Umstand, der maßgeblich zur Verbreitung des Tarots als Deutungssystem beigetragen hat.